Begleitbrief für Frau Frank, Bfw Düren

Ich war doch ziemlich geplättet von den Dingen, die wir besprochen hatten. Den Rest des Tages grübelte ich über unser Gespräch. Dabei dachte ich weniger über Sport und Abnehmen nach, als vielmehr über Gothic, Mensch sein und meine „Übertreibungen“. Meine Diät hatte ich schon angefangen und bin ja auch schon wieder von 108 auf 103 kg geschrumpft, kein Triumph, aber ein Anfang.

 

Das ich mich am ehesten zu den Gothics zählen muss ist für mich selbst eine Feststellung, die ich erst vor ein paar Tagen abgeschlossen habe, denn der Veränderungsprozess war bis hierhin über Jahre schleichend und noch bin ich mir gar nicht so sicher, ob dies schon das Endbild ist. Zudem wunderte mich Ihre relative Treffsicherheit aufgrund der einzig sichtbaren Tatsache, dass ich eine Lederhose trug. Wie konnten Sie da auf Gothic schließen? Auf jeden Fall möchte ich mich hiermit klar von der Äußerung Gothic sei Gruftie distanzieren! Grufties tragen nicht zuletzt deshalb diese Bezeichnung, da richtige Grufties Friedhofparties veranstalten und im Regelfall „Kämpfer des Bösen“ sein wollen, bzw. sich nur als „Opfer des Bösen“ sehen, dessen Macht sie dann jetzt leider erliegen. Ein putziges Volk, das eigentlich nur noch durch die Teufelsanbeter, selbsterklärte Schwarzmagier und kaputte Teens getoppt wird, die gerade ihre Modewelle als Vampir ausleben! Ich mag eher die Musik und Klamotten der Szene, weniger ihre Einstellung.

 

Ich sehe mich hingegen klar mit den Wurzeln im Licht. Ich liebe alles bunte und kindliche und sehe vieles in der Welt lieber mit den naiven Augen eines gealterten Kindes, als mit dem Ernst eines Erwachsenen, auch wenn ich dann immer wieder bemerken muss, dass andere Menschen um mich herum größere Scheuklappen aufhaben und nicht über den eigenen Tellerrand gucken wollen. Gerade diese Blindheit empfinde ich als die größte Hürde auf der Erfüllung der Menschheit und wesentlich schlimmer als meine eigenen körperlichen Hinderungen. Ich versuche, so gut es mir möglich ist, offen für andere zu sein und mich nicht in Lügen zu verstricken. Ich versuche zu helfen, wo es mir möglich ist, aber auch klarzustellen, wenn mir diese Möglichkeit fehlt. Meine Offenheit und Direktheit verletzt andere oft, aber dafür wissen meine Mitmenschen auch, dass sie immer meine ungeschminkte Wahrheit bekommen und eher gar nichts sage, anstatt zu Lügen.

 

Viele Menschen erwarten ein JA, NEIN, WEISS, oder SCHWARZ als Antwort und zerstören damit mehr, als ein Jein oder grau zu akzeptieren. Dieses Leben funktioniert nicht nach dem Hollywood-Gesetz. Oft ist es zu früh eine Entscheidung zu fällen, aber glaubt dem Fragenden einen Gefallen damit zu tun, sich für eine Seite zu entscheiden, nur um diese dann später zu bereuen.

 

Ich beschäftige mich oft mit Weissagung, Runen und Horoskopen, um auf Wunsch tiefer zu beraten und habe immerhin den ersten Reiki-Grad gemacht, um auch kleine Behandlungen durchführen zu können. Auch das Gebiet Magie finde ich sehr Interessant, wenn auch nur aus der Theorie heraus, da ich es eben auch für ein gefährliches Gebiet halte, welches leicht in die falsche Richtung führen kann.

 

Sie sagen ich muss mehr unter Leute, womit Sie ohne Zweifel Recht haben. Wir haben mal ernsthaft in kleinem Kreis darüber nachgedacht. Es ist schon sehr schwer sich Fremden zu öffnen und sich positiv darzustellen, wenn dass Selbstwertgefühl bereits am Boden ist. Wenn man über diese Ausstrahlung nicht mehr verfügt, kann man durch Großzügigkeit oder ein poliertes Äußeres vielleicht noch auf sich aufmerksam machen. Ich verfüge nicht über den Körper noch über diese Mittel, denn ich rutsche halt immer weiter in die Mittellosigkeit. Dazu gibt es keine sinnvollen „Treffpunkte“ an denen ich unter Leute meiner Alterklasse kommen kann, ohne dafür ebenfalls wieder bezahlen zu müssen. Selbst wenn man das Internet als günstige Alternative sieht, läuft bei mir im Hinterkopf der Einheitenzähler mit und verhindert, dass ich in Ruhe chatten mag.

 

Sie sagten auch ich würde die Verantwortung für meine Zukunft auf das Arbeitsamt abwälzen. Aus der Momentaufnahme heraus, die Sie jetzt nur sehen konnten, muß ich Ihnen zustimmen, „JA“, ich erwarte, dass mir das Arbeitsamt hilft aus dem Loch herauszukommen. Ich habe in den letzten Jahren alle Energie genutzt, um diese Hilfe nicht annehmen zu müssen, habe selbst Jobs als Tellerwäscher und Müllmann mitgemacht, nur um nicht in dieses Loch zu rutschen. Ich habe es mit der Selbstständigkeit probiert, um unabhängig von einer fremden Firma arbeiten zu können, aber wenn man schon so lange auf finanziellem Eis liegt, bekommt man das nötige Startgeld nicht zusammen. Mein Engelsgemüt wurde gerade in der Zeit sehr auf die Probe gestellt und ich hätte Leute auf der Straße für jegliches Grinsen die Zähne ausschlagen wollen, da ich mir nicht an- sondern ausgelacht vorkam. Der Gipfel aber war das Zusammenspiel der Arbeitsämter Uetersen und Elmshorn. Uetersen war nicht in der Lage in Elmshorn anzurufen und nach dem Übergangsgeld zu fragen, Monate nachdem ich das Gewerbe wieder abgegeben hatte. Der Vorgang sei in Bearbeitung hieß es immer nur, dabei musste ich nicht zuletzt deshalb die Selbsständigkeit aufgeben, da dieses Geld nicht kam und ich irgendwie zu Geld kommen musste. Ich hatte bereits über Monate keine Miete gezahlt und lebte von dem was meine Eltern für mich einkauften, denn selbst das Sozialamt stellte sich quer – da ich ja Anspruch an das Arbeitsamt hätte. Hurra Deutschland!

 

Ich stand die Jahre schon so oft davor über den Balkon zu springen. Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber ich weiß dass ich all diese Krankheiten, Hinderungen und menschlichen Abgründe nicht überlebt habe, um einfach so zu enden. Zudem gibt es da noch Menschen die mich lieben oder mir bis hierhin überleben geholfen haben und es wäre auch ihnen gegenüber nicht fair. Versuchen Sie also nicht, mir etwas von „Verantwortung“ zu erzählen, bzw. mir ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen! Ich bin mir meiner Verantwortung durchaus bewusst, wenn ich nur das Gefühl hätte, dass sich andere Stellen, allen voran die Arbeitgeber der letzten Jahre und das Arbeitsamt sich auch ihrer Verantwortung stellen würden.

 

Nachdem Sie mich begrüßten, sagten Sie, wir würden über „Geld“ sprechen. Warum hätte mich das wundern sollen? Geht es jemals um etwas anderes in diesem Land? Meine Arbeitgeber sahen ihre Verantwortung beim Geld und nicht bei mir, was ich aus wirtschaftlichen Gründen schon noch nachvollziehen kann. Das Arbeitsamt hat meinen Reha-Antrag seit März 2003 vorliegen. Dort wiederum sieht man die Verantwortung darin aufmerksamst zu prüfen und mich schon im Februar 2004 zu einem Gespräch einzuladen.

 

Gut, nun weiß ich, dass Herr Rechenberg lange Zeit krank war, ihm will ich es gar nicht anlasten, vielmehr den Verantwortlichen im Amt. Aber nun nimmt meine Akte endlich an der Verlosung Teil und auch Herr Rechenberg hat nichts besseres zu tun, als nur von Geld zu reden. Als er Sie am Telefon fragte, ob Ihre Beratung auch wirklich kostenlos sei und sich gleich darauf noch mal zusichern ließ, dass auch dem Arbeitsamt wirklich keine Kosten entstehen würden, habe ich innerlich nur den Kopf geschüttelt. Hätte er „nein“ gesagt, wenn Sie eine Aufwandsentschädigung hätten haben wollen? Mir ist klar, dass die Kassen leer sind und das Arbeitsamt dreimal überlegen muss, ob sie für etwas Geld ausgeben, oder nicht.

 

Ihr Besuch war mit Sicherheit nicht kostenlos, denn Sie haben Zeit und Geld investiert. Der Besuch war meines Erachtens auch nicht vergebens, denn Sie haben mich auf jeden Fall dazu gebracht, noch einmal aus einem anderen Blickwinkel auf mich zu schauen, auch auf die Überlegung hin, ob man in mich investieren sollte.

 

Aber mich fragt auch keiner, wie ich es bis hierhin überlebt habe, wie ich es schaffen konnte bei einem 1800 DM-Job 7000 DM in meine Ausbildung zu investieren, bzw. jetzt von grob 500 Euro ALH und ein bisschen Wohngeld zu leben. Das Gutes Gutes nach sich zieht, verdanke ich den Umstand überhaupt noch in meiner Wohnung zu sein. Ich nahm einen im Grunde nur vom Sehen her Bekannten bei mir auf, als er ohne Obdach gewesen wäre. Ich half ihm soweit wieder auf die Beine, motivierte ihn wieder zu arbeiten und seine Siebensachen wieder in den Griff zu bekommen. Seither zahlt er die Hälfte der Miete mit, obwohl er nur ein kleines Zimmer bewohnt. Auch wenn ich im Moment nicht wüsste, wie es ohne dieses Geld weitergehen würde, hoffe ich dass er irgendwann wieder auf eigenen Füßen steht und hoffentlich auch noch sein Drogenproblem in den Griff bekommt. Als ich ihm von Ihrer Frage nach Medikamenten und Drogen erzählte, lachte er erst mal. Aber so viel auch mal zu „meiner“ finanziellen Lage.

 

Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, dass ich irgendwas eingenommen haben soll – wo ich gerade schon bei dem Thema war! Ich bin auch nicht davon überzeugt, dass Sie mir mein grundsätzliches „Nein“ zu Drogen und Alkohol abgenommen haben. Wenn Sie schon bei dieser Frage an mir zweifeln, wie soll dann unsere weitere Zusammenarbeit aussehen? Wie soll ich diesen Zweifel ausräumen?

 

Schon 1992 fiel es mir schwer bei Bewerbungsgesprächen zu erklären, was ich in den Jahren 1990 bis 92 getan habe. Schon damals vertrat ich die Meinung, dass ich nichts zu verbergen hätte und man mit Ehrlichkeit am besten fahre. Also erzählte ich von der psychosomatischen Behandlung meiner Fettsucht, der Hepatitis und meiner Stirnzellzirrhose, die sich daraus ergaben. Dennoch folgte immer die Frage nach Alkoholismus. Auch da konnte ich nie wirklich überzeugen. Inzwischen bin ich dazu übergegangen keine Jahreszahlen von/bis mehr in den Lebenslauf zu schreiben, was mir hoffentlich die Erklärung meiner Fehlzeiten erspart.

 

Ich weiß nicht, was seit über einer Woche mit mir los ist. Ich kann Ihnen nur noch einmal versichern, dass ich gerade Aufgrund meiner kaputten Leber weder viel Alkohol und erst recht keine Drogen konsumiere. Allerdings schlafe ich derzeit kaum mehr als zwei Stunden am Stück, komme also kaum in die Tiefschlafphase. Vielleicht wirke ich daher etwas merkwürdig.

 

Für den unruhigen Schlaf seit Montag sehe ich sicher auch unser Gespräch, welches mich hintergründig durch die Tage begleitet. Aber warum konnte ich vorher schon nicht ruhig schlafen? Trotz meiner langen Arbeitslosigkeit habe ich mir einen gewissen Tages-Rhythmus bewahrt, bei dem ich gegen 23 Uhr Schlafen gehe und den Tag gegen 7 Uhr beginne, ganz wie früher. Aber Dank des kaputten Schlafs mit stundenlangen Wachphasen komme ich seit Tagen erst kurz vor Mittag hoch und bin immer noch müde. Dabei müsste ich ruhiger schlafen, mit dem Gefühl endlich Hilfe zu bekommen und sei es nur um erst einmal meine Motivation wieder aufzubauen.

 

Eine Angst liegt schon darin, dass diese Hilfe anders ausfällt, als ich es mir vorstelle. Ich möchte keine Sachbearbeitungen mehr machen und im Grunde arbeiten wie an einem Fließband. Wenn schon Büroarbeit, dann in irgendeiner kreativeren oder gestalterischen Tätigkeit, sei es als Web-Designer oder Texter. Ich bin so oft bei diesen stumpfen Sacharbeiten eingeschlafen, dass es ein Wunder ist, dass man mich nicht mal erwischt hat.

 

Eine Arbeit als Vollblut-Bürokaufmann kann ich mir auch nicht vorstellen, da mir einfach zu viele Jahre Erfahrung fehlen. Gerade aus diesen Gründen hatte ich die Fortbildung gemacht, um mich innerhalb meines bisherigen „Gebiets“ Büro für einen wichtigeren und natürlich auch wesentlich besser bezahlten Job zu qualifizieren. Auch ich kann materiell Denken, wie Sie lesen!

 

Denn die Gehaltsvorgaben für einfache Bürokaufleute sind dieser Tage weit unter dem meines Einstiegsgehaltes von 1992. Und ich denke, dass ein Gehalt reichen sollte um Wohnung und Kühlschrank zu bezahlen und um wenigstens alle Jubeljahre mal zu verreisen, oder sich etwas Luxus zu gönnen, geschweige denn irgendwann vielleicht doch noch eine Familie zu finanzieren. Wenn man aber nur noch lebt um zu arbeiten, läuft da was falsch!

 

Wenn ich aber nicht ans Geld denken müsste, würde ich viel lieber als Künstler arbeiten, mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten, oder auch im allgemeinen lieber für Mitmenschen arbeiten, als nur für den Profit irgendeiner Firmierung.

 

Ich habe mir den gesundheitlichen Zweig (Heilpraktiker bzw. Physiotherapeut) als Ziel ausgewählt, da es eben nicht um Hopp Hopp und Fertig-Arbeit geht, man den Menschen zuhören muss, um ihnen dann sinnvoll zu helfen. Zum anderen gibt es eben spezielle Schulungsprogramme für Sehbehinderte und Blinde in diesen Berufszweig hinein. Denn ich möchte für meine Zukunft weiter denken dürfen, als nur vom hier und jetzt bis zur nächsten Operation.

 

Und dass die nächsten Operationen anstehen ist kaum aufzuhalten. Der Keratokonus auf der rechten Augenseite verschlimmert sich zwar nur langsam, aber die Prognose bewegt sich zwischen drei und fünf Jahren. Was das linke bereits operierte Auge angeht sind die befragten Ärzte geteilter Meinung. Aber es existiert die Möglichkeit, dass die Krankheit auch das neue Gewebe über die Jahre befällt und die Operation ca. im 10-Jahres-Zyklus wiederholt werden müsste. Die OP ist jetzt acht Jahre her.

 

Bei den Ohren sieht es ähnlich aus. Zwar wurde der Knöchelchenfraß auf der linken Seite eingedämmt, indem ich dort Prothesenersatz bekommen habe, aber es steht noch offen, wann ich die gleiche OP auf dem rechten Ohr bekomme. Die Prognose lautete damals 10 Jahre und das ist inzwischen gute 20 Jahre her. Bei jedem Besuch beim HNO-Arzt rechne ich mit der Hiobsbotschaft, dass es soweit ist. Doch selbst nach der OP hätte ich immer noch meine chronische Mittelohrentzündung auf beiden Seiten. Gerade dieser Tage habe ich links mehrfach kompletten Gehörausfall und immer wieder Blut und Eiter aus beiden Ohren entfernt.

 

Mein HNO-Arzt kämpft seit Jahren dafür, dass es eine höhere Anrechnung des Behinderungsgrades bei Patienten wie mir gibt, leider bislang ohne Erfolg, da die Ämter die Ohren immer noch minder der Augen rechnen. Dabei habe ich dadurch ein leicht gestörtes Gleichgewichtsgefühl, als auch das Handicap dass mir das zweite Ohr fehlt, um Geräuschquellen zu orten, ebenso wie
das zweite Auge für den räumlichen Blick eben fehlt. Das Empfinden mit den Augen muss ich Ihnen ja sicher nicht erklären, denn auch Sie sind ja auf Ihre Erfahrung angewiesen, wenn es um die Einschätzung von Metern geht. Während Sie aber noch ihr Gehör als zusätzliche Hilfe zur Orientierung haben und sagen können ob die Quelle dicht, fern, vorne, hinten, rechts oder links von Ihnen ist, kann ich je nach Grad der Verstopfung/Entzündung nur laut und leise unterscheiden und muss es dem Bild irgendwie logisch zuordnen. Im Regelfall klappt das, oder es passiert wie im letzten Sommer.

 

Da wurde ich von einem von vorne links rückwärts ausparkenden LKW beinahe vom Fahrrad geholt, weil ich ihn zwar schon gehört habe, aber ihn hinter mir vermutet hatte. Bin ihm dann gerade noch ausgewichen, um dann in der Baustelle mit dem Vorderrad in einem offenliegenden Gully gefallen bin, weil ich nicht sehen konnte, dass dieser noch offen stand und nicht ins Straßenbett eingeteert gewesen ist. Als Folge hatte ich ein kaputtes Fahrrad, drehte einen Purzelbaum, hatte zwei aufgeschlagene Ellen und wäre beinahe doch noch von dem LKW überrollt worden, wenn man ihn nicht von Dritter Seite aus gestoppt hätte. So blieb ich eine Woche zu Hause, da ich die Arme kaum bewegen konnte, aber endlich hatte ich mal echte vorzeigbare Wunden, statt der üblichen Kopfschmerzen bzw. Migräne.

 

Nun gab es auf den Arbeitseinsätzen seltener LKWs und Gullys, dafür aber oft Gabelstabler, die eine wirkliche tückische Frequenz haben. Die höre ich oft wirklich nur durch dieses Aufjaulen beim Gas geben. Im Büro fällt diese Gefahrenquelle dann natürlich auch aus, dafür bin ich ganz prima im Becher umkippen, Kollegen umlaufen, einem Gespräch zu folgen, während am entfernt offenen Fenster Autos vorbeifahren, irgendwo vermeintlich leise ein Radio läuft, oder sich noch mehr Kollegen unterhalten, wie natürlich auch im Callcenter. In dem Krach zu arbeiten hatte wirklich noch besondere Höhepunkte. Vor allen Dingen waren meine Ohren dort besonders noch durch die Kopfhörer belastet, da sie unter den Pfropfen anfingen besonders zu schwitzen und zu nässen.

 

Aber genug der Jammerei, zumindest sind sich Freunde wie Kollegen darin einig, dass es mit mir im Umfeld irgendwie nie langweilig wird. Aber ich möchte eben nicht nur zum Vergnügen meiner Mitmenschen da sein, sondern auch brauchbare, zukunftsorientierte, mich ernährende Arbeit leisten können!

 

Dank Herrn Rechenberg tut sich nun überhaupt etwas, aber wenn er wirklich den sparsamsten Weg gehen wollte, sehe ich nur, dass er letztlich am falschen Ende spart, da der Kreislauf nach einer OP wieder von vorne losgeht und ich auch nicht jünger werde. Aber bis dahin wäre dann das Arbeitsamt halt nicht mehr zuständig, sondern mein Rententräger.

 

Dann würde vermutlich der Blindenverein Recht behalten, denn die meinten, dass die BfA mich vermutlich eher berenten wird, als eine Umschulung zu finanzieren. Da ich mal gerade meine Pflichtjahre voll hätte, würde die Rente kaum fürs Leben reichen. Rosige Aussichten also.

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